Was es hier nicht mehr gibt (2)

Drüben im neuen Blog gibt’s übrigens: Aus dem Regal.

Und wer das mag, kann ja den neuen Feed abonnieren.

Was es hier nicht mehr gibt (1)

Drüben im neuen Blog gibt’s übrigens: Versteckte Gefahren.

Und wer das mag, kann ja den neuen Feed abonnieren.

Umzug

Dieses Blog macht zu. Oder besser: es zieht um.

Und wissen Sie was? Der Sohn zieht mit. Und da die Tochter gerade eh alles toll findet und nachmacht, was ihr großer Bruder so vorturnt, ist sie auch mit dabei.

Wie wär’s? Kommen Sie doch einfach mit. Hier die neuen Koordinaten:

Wir sehen uns drüben.

Vom Wetter

Urlaubszeit, Küstenzeit. Wir fahren genau dort hin, wo in den letzten Wochen quasi Weltuntergang herrschte. Geregnet hat’s. Gestürmt noch dazu. Überschwemmt war alles. Das Wasser war nicht nur vorn, hinter dem Strand, wo es hin gehört. Es war auch links und rechts und hinten, es war oben, es war unten.

Zur Einstimmung machen wir auf dem Weg in diese Gegend des feuchtfröhlichen Wahnsinns einen Zwischenstopp in Hamburg. Das ist ja bekanntermaßen das Mekka des schlechten Wetters. Sagt man. Da regnet’s eh immer. Hört man oft.

Alles Quatsch! Meint die Dame. Wenn wir in Hamburg sind, ist immer tolles Wetter. Das war bisher so, warum sollte sich daran etwas ändern?

Stimmt, warum eigentlich? Die Dame des Hauses ist ein helles Köpfchen. Wenn sie etwas sagt, hat das Hand und Fuß. Aus langjähriger Erfahrung kann ich sagen: Da hat man besser Respekt. Da hört man drauf. Und das weiß offenbar nicht nur ich, das weiß auch das Wetter. Denn was soll ich sagen, außer: Hamburg bei strahlender Sonne!

Und jetzt, am Ende des ersten Urlaubstages im Zielhafen, was machen wir da? Richtig, wir kurieren unseren Sonnenbrand aus, welchen wir uns schon am Vormittag beim Buddeln am Strand geholt haben.

Zum Trost für alle Daheimgebliebenen ein kleiner Tipp: Wenn’s mal darauf ankommt, wenn’s wirklich wichtig ist, wenn das Wetter einfach stimmen muss: Laden Sie uns ruhig ein. Wir helfen schließlich gern.

Aber jetzt erst mal: Urlaubszeit, Küstenzeit.


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Aus dem Regal

Heute: Das Rosinenbrötchen von Maximilian Buddenbohm

Wer schon mal Musik gehört hat, hat vielleicht auch schon mal Jazz gehört. So ein wenig zumindest. Jazz ist etwas Feines. Jazz ist Kunst. Kunst wegen Können und so. Wenn man genau hin hört, dann kann man nicht nur hören, welche Instrumente an einem Stück beteiligt sind, man hört auch, wer diese Instrumente jeweils spielt. Und was man auch hört, ist die Struktur der Songs. Das ist nicht einfach wildes Geschrammel. Nein, das ist zum Beispiel A-BB-A-B. Was natürlich nicht heißen soll, dass Jazz eintönig und langweilig ist. Großer Quatsch. Jazz ist schließlich Kunst.

Warum erzähle ich das?

Weil es mit Texten ganz ähnlich funktioniert. Man guckt in dieses Buch. Man liest ein paar der Geschichten. Man erkennt: Am Text spielte Señor Buddenbohm. Die Geschichten folgen oft einem gewissen Muster: Szenenschilderung, auf die falsche Fährte leiten, Auflösung auf der falschen Fährte liefern, Aufgreifen der ursprünglichen Szene mit einer nicht immer naheliegenden Pointe. A-BB-A, quasi. Vielleicht mit einer Art Akzent auf dem zweiten A, aber wir wollen hier mal nichts akademischer gestalten als es ist.

Was es ist: Kunst. Kunst am Text. Was es auch ist: ein großer Spaß.

Also: Kaufen. Und: Lesen.

Und nicht gleichzeitig Jazz hören. So etwas macht man nicht.


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Frauen

Wie sich die alten Hasen hier in der Runde vielleicht noch erinnern können: Die ersten Wörter des Sohnes waren: Mama, Ba, Auto, Bagger und Ja. Mitlerweile, er ist jetzt dreieinhalb, sagt er zumindest gelegentlich auch Papa. Das freut mich natürlich. Dafür bin ich ihm dankbar. Auch als moderner Mann von heute nimmt man schließlich, was man kriegen kann. Und ich habe mich von Anfang an über diese etwas unelegante Ignoranz des kleinen Mannes damit hinweg getröstet, dass Jungs nun mal so sind. Etwas sperrig, zumindest nach außen. Tief drinnen, da denken sie eigentlich nur an den alten Herren der Familie. Sie geben es eben nur nicht so gern zu. Passt schon.

Ganz anders ist das natürlich bei der Tochter. Logisch. Mädchen und Jungs: das sind zwei grundverschiedene Welten. Schon der erste Schrei nach der Geburt war quasi ein Papa! Daran gab’s nie Zweifel. Die Bindung zwischen Töchtern und ihren Vätern ist bekanntermaßen eine ganz innige. Das gilt schon so lange, wie wir Menschen überhaupt reden können. Ach was, das gilt schon so lange, wie es Töchter und Väter überhaupt gibt. Naturgesetze und so. Es ist, als könnten wir gegenseitig unsere Gedanken lesen. Wir sind quasi eins. Was liegt also nahe als das erste offizielle Wort in ihrem Leben? Jenes, das auch andere direkt und klar verstehen? Was, wenn nicht das Rufen nach der wichtigsten Person, die sie hat?

Eben. Also so sitzt die Tochter am Tisch, brabbelt in einem Moment noch onomatopoetisch unverständliches Zeug vor sich hin und sagt im nächsten: ihren Namen. Klar und deutlich. Und von da an in den verschiedensten Tonlagen und Gebrauchsarten. Mal im Imperativ, um zu sagen, für wen bestimmte Sachen, die so herumliegen, am besten geeignet sind. Mal ganz selbstzufrieden, wenn sie genau diese Sachen plötzlich in ihren Händen hält und stolz mit der einen Hand umklammert während die andere sanft darüber streichelt. Und mal ganz selbstbewusst, wenn jemand anderes auf die Idee kommen sollte, mit ihr darüber zu diskutieren, für wen etwas bestimmt sein könnte, was sie sich gerade greifen wollte. Dabei ist es übrigens vollkommen egal, ob es um Delikatessen beim Essen, um Sachen zu machen oder um Dinge beim Spielen geht.

Frauen. Ich glaube, ich werde nie verstehen, was in ihren Köpfen so vorgeht. Und über den jetzt kommenden Wortschatz der jungen Dame im Haus denke ich die nächsten paar Jahre besser nicht zu viel nach.


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Essensarithmetik

Zum Abendessen gibt es Reste. Was weg muss, muss weg. Also kommen die Frischkäse auf den Tisch, die Camemberts, die eingelegten Auberginen, die Salami vom wohl besten Fleischmann des Landes. Alles Reste. Alles angefangen, angeschnitten, irgendwie darin herumgestochert. Immerhin: das Baguette ist frisch und die Melone erst neu aufgeschnitten.

Die Kinder stört’s nicht. Sie langen in vollen Zügen zu. Während die Tochter nur darauf bedacht ist, einfach genug Einzelbestandteile aus den verschiedenen Schälchen vor sich zu haben, um diese angemessen kreativ neu auf dem Tisch arrangieren zu können, ist der Sohn etwas wählerischer. Er geht der Reihe nach vor. Probiert jeweils einzelne Sachen. Und nimmt tatsächlich nicht nur von Käse und Wurst, sondern lässt sich glatt etwas Brot anreichen. Zeichen geschehen. Wunder gleich mit. Man staunt. Und der Sohn ordert die Oliven.

Er sagt: Nein, nicht mit der Gabel heraus holen! Ich mache das selbst.

Ich frage: Sicher?

Er: Klar! Gib einfach die ganze Schale her. Ich nehme mir welche heraus.

Ich: Aber nur drei Stück!

Wir Eltern sind uns einig. Diese ollen kleinen Dinger sind nämlich sportlich eingelegt. Sie machen Durst, es ist quasi unheimlich. Und was exzessives Trinken für die allgemeine Nachtruhe bedeuten kann — man macht sich keine Vorstellungen.

OK. – sagt der Sohn. Und fängt an zu zählen: eins, zwei, drei, vier.

Vier sind nicht drei. Clever gedacht. Stimmt trotzdem nicht. Also korrigiere ich den Missstand umgehend mit der Gabel in der Hand. Wirklich lecker, diese Oliven.

Wirklich nur drei? – der Sohn guckt mich fragend an.

Drei! – sage ich knapp. Mit vollem Mund soll man bekanntlich nicht so viel reden.

Na gut. – sagt er etwas kleinlaut. Es ist schön zu sehen, wie er trotz innerem Kampf und Widerstand die argumentative Kraft der Eltern respektiert. Auch wenn sein Verlangen nach mehr schreit: er versteht, dass es Grenzen gibt, Grenzen geben muss. Wofür hat man schließlich Eltern, wenn nicht dafür, dass sie auch in schwierigen Situationen souverän die richtige Entscheidung treffen können? Eltern sind der Fels in der Brandung. Auf ihre Meinung ist Verlass. Wenn sie etwas sagen, kann man das einfach so hinnehmen und sich sicher sein, dass es das Beste für einen ist.

Man sieht dem Sohn an, dass er verstanden hat. Es arbeitet nur kurz in ihm, aber dann guckt er vollkommen entspannt. Alles ist gut und soll so sein. Und er sagt noch ganz ruhig, mehr zu sich selbst als zu uns: Und immer, wenn ich eine gegessen habe, kann ich mir wieder eine neue nehmen, damit es drei Stück sind.

Die Reste müssen weg. Er hat ja recht.


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Den Küssenden die Welt

Wenn man an einem ganz normalen Wochentag schon am frühen Morgen frisch und munter aufsteht und die Kinder herzt;

Wenn man im Laufe des allgemeinen Morgenrituals den Sohn dazu bringt, sich freiwillig die Zähne zu putzen, nur damit er sich mal in Ruhe gelassen fühlen kann;

Wenn man im Laufe des weiteren Tages auf Twitter die eine oder andere verstörte Reaktion erntet, nur weil man dezent auf möglicherweise mangelnde Zuneigung zwischen den Leuten hinweist;

Wenn man dann auch noch von der Dame des Hauses leicht schief angeguckt wird und sie fragt, ob sie irgendeinen Jahrestag vergessen hat;

Dann ist wohl 6. Juli, der internationale Tag des Kusses.

Und für alle, die jetzt für sich feststellen müssen, dass sie den Tag quasi verschenkt haben: Macht nichts. Nach dem 6. Juli ist vor dem 6. Juli. Und dazwischen gibt’s viel Zeit zum Üben. Nur zu.

Den Küssenden die Welt!


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Andernorts

Aus dem Regal

Heute: Die Mütter-Mafia und Friends von Kerstin Gier (Hg.), mit Buddenbohm-Beteiligung

Cover von 'Die Mütter-Mafia und Friends' Was bekommt man, wenn man 13 Frauen und zwei Männer zwischen zwei Buchdeckel presst? Genau: ein rosa Cover.

Und es ist genau das, wonach es aussieht: Strandlektüre. Und wer gar keinen vernünftigen Strand hat, wie wir hier in den Südstaaten, der darf das halt nicht lesen. Und wer das trotzdem macht, wird halt von den Nachbarn schief angeguckt. Von wegen rosa Cover, fehlendem Strand und den Südstaaten.

Aber da muss man wohl durch, wenn man sich unterhalten lassen will. Wie zum Beispiel mit dieser Episode aus dem Supermarkt:

»Sie geben mir sofort den Thymian zurück!«, rief ich.

»Nein«, sagte sie und stellte sich schützend vor ihren Wagen.

Ich war nicht bereit aufzugeben. Eher würde ich vorzeitige Wechseljahre akzeptieren.

»Ich zähle bis drei«, sagte ich nun, wie ich hoffte, gefährlich leise.

»Und dann?«, fragte sie süffisant.

Ich ging einen Schritt auf sie zu. »Und dann werde ich Ihnen die Schamlippen so lang ziehen, dass sie Wäsche daran aufhängen können«, sagte ich und erschrakt vor mit selbst, weil das ja relativ unflätig war und ein Stück weit asozial.

Passt schon. Also viel Spaß! Gern auch am Strand.


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