Kategorie-Archiv: aus dem regal

Aus dem Regal

Heute: Das Rosinenbrötchen von Maximilian Buddenbohm

Wer schon mal Musik gehört hat, hat vielleicht auch schon mal Jazz gehört. So ein wenig zumindest. Jazz ist etwas Feines. Jazz ist Kunst. Kunst wegen Können und so. Wenn man genau hin hört, dann kann man nicht nur hören, welche Instrumente an einem Stück beteiligt sind, man hört auch, wer diese Instrumente jeweils spielt. Und was man auch hört, ist die Struktur der Songs. Das ist nicht einfach wildes Geschrammel. Nein, das ist zum Beispiel A-BB-A-B. Was natürlich nicht heißen soll, dass Jazz eintönig und langweilig ist. Großer Quatsch. Jazz ist schließlich Kunst.

Warum erzähle ich das?

Weil es mit Texten ganz ähnlich funktioniert. Man guckt in dieses Buch. Man liest ein paar der Geschichten. Man erkennt: Am Text spielte Señor Buddenbohm. Die Geschichten folgen oft einem gewissen Muster: Szenenschilderung, auf die falsche Fährte leiten, Auflösung auf der falschen Fährte liefern, Aufgreifen der ursprünglichen Szene mit einer nicht immer naheliegenden Pointe. A-BB-A, quasi. Vielleicht mit einer Art Akzent auf dem zweiten A, aber wir wollen hier mal nichts akademischer gestalten als es ist.

Was es ist: Kunst. Kunst am Text. Was es auch ist: ein großer Spaß.

Also: Kaufen. Und: Lesen.

Und nicht gleichzeitig Jazz hören. So etwas macht man nicht.


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Aus dem Regal

Heute: Die Mütter-Mafia und Friends von Kerstin Gier (Hg.), mit Buddenbohm-Beteiligung

Cover von 'Die Mütter-Mafia und Friends' Was bekommt man, wenn man 13 Frauen und zwei Männer zwischen zwei Buchdeckel presst? Genau: ein rosa Cover.

Und es ist genau das, wonach es aussieht: Strandlektüre. Und wer gar keinen vernünftigen Strand hat, wie wir hier in den Südstaaten, der darf das halt nicht lesen. Und wer das trotzdem macht, wird halt von den Nachbarn schief angeguckt. Von wegen rosa Cover, fehlendem Strand und den Südstaaten.

Aber da muss man wohl durch, wenn man sich unterhalten lassen will. Wie zum Beispiel mit dieser Episode aus dem Supermarkt:

»Sie geben mir sofort den Thymian zurück!«, rief ich.

»Nein«, sagte sie und stellte sich schützend vor ihren Wagen.

Ich war nicht bereit aufzugeben. Eher würde ich vorzeitige Wechseljahre akzeptieren.

»Ich zähle bis drei«, sagte ich nun, wie ich hoffte, gefährlich leise.

»Und dann?«, fragte sie süffisant.

Ich ging einen Schritt auf sie zu. »Und dann werde ich Ihnen die Schamlippen so lang ziehen, dass sie Wäsche daran aufhängen können«, sagte ich und erschrakt vor mit selbst, weil das ja relativ unflätig war und ein Stück weit asozial.

Passt schon. Also viel Spaß! Gern auch am Strand.


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Aus dem Regal

Heute: Moskauer Eis von Annett Gröschner

Cover von Moskauer Eis Es gibt Leute, die behaupten, der gemeine Wenderoman hätte sich komplett überlebt. Er sei nichts anderes als eine skurrile Erscheinung der 90er Jahre. Alt. Verstaubt. Nostalgisch verklärt. Ostzone bewundernd. Kitsch.

Was natürlich alles stimmt.

Mit Ausnahme von Señora Gröschners Moskauer Eis. Das spielt zwar im Osten. Zur Wendezeit. Mit quasi nostalgischem Blick in die DDR-Vergangenheit. Aber es passt trotzdem. Denn zum einen liegt der Osten in Magdeburg. Das traut sich sonst niemand. Und zum anderen beginnt das Buch mit einer Leiche. In einer Kühltruhe. Und ändert das Thema von dort auch nicht mehr wesentlich.

Es geht um Eis. Das ganze Buch hindurch. Gefrieren hier, Tiefgefrieren dort. Experimente mit Eiszutaten gibt es ebenso wie Dealerei mit tiefgefrorenem Schweinefleisch. Und natürlich geht es um die Kühltruhe, die bewohnte. Was sich dann zum Beispiel wie folgt liest:

»Supermacht Sowjetunion ist am Ende«, lese ich beim Hochgehen auf der ersten Seite der »Volksstimme«.

»Kannst rauskommen», sage ich zu Vater, »die Sowjetunion wird nie wieder eine Tabellenwertung bei Olympischen Spielen gewinnen.« Aber Vater interessiert sich nicht einmal mehr für Sport, eigentlich kann der in der Truhe gar nicht mein Vater sein. Falls er in zwei Monaten zur Winterolympiade nicht aufwacht, muß ich ihn wohl für tot erklären.

Und wer glaubt, dass die ganzen zu spät geborenen Jungspunde damit nichts anfangen können, irrt gewaltig. Denn das Eis aus den alten Zeiten, das gibt es wieder. Inklusive dieser kleinen Plastiklöffel, jenen vom Buchcover. Ganz feine Teile, mit Namen drauf. Bei denen eins ganz klar feststeht: früher, zu den alten Zeiten, also als ich das Eis noch auf Zehenspitzen stehend aus der Tiefkühltruhe geholt habe, ja, damals waren diese Plastiklöffel noch viel größer als sie heute sind.

Das habe ich auch dem Sohn gesagt. Er hat mich daraufhin mit großen Augen angeguckt, dann auf seinen Löffel geguckt, noch einmal mich angeguckt, verstohlen auf sein Eis geschielt, alles für einen hinterhältigen Trick gehalten und ohne ein Wort lieber weiter gelöffelt. Papa erzählt Geschichten von früher. Der Sohn genießt im Hier und Jetzt.

Einer von uns beiden macht etwas falsch.


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Aus dem Regal

Heute: Es fehlt mir nicht, am Meer zu sein von Maximilian Buddenbohm

Buch des Herrn Buddenbohm Beim Blognachbarn, dem Herrn Buddenbohm mit seinen Herzdamengeschichten, gab’s mal so Texte, das ist schon eine Weile her, bei denen ging es gar nicht um die Herzdame. Und auch nicht um die Söhne. Bei denen ging’s statt dessen um Jugend, um Mädchen, um ein Mädchen ganz besonders, mit wilden Geschichten über Beziehungen, die gar keine waren; alles in einem Provinzkaff, immerhin an der Küste. Travemünde war das. Und was er davon so hielt, klang zum Beispiel so:

Der Bus fuhr fast ohne Halt durch das dunkle und unbelebte Travemünde. Wenn man nicht gerade nach Lübeck in die Disco fuhr, gab es wenig Grund, sich bei dem Wetter draußen herumzutreiben.

Eine vollkommene Liebeserklärung, quasi.

Da drüben, im Blog, da waren die Texte übrigens irgendwie fehl am Platz. Aber hier, so neu verpackt, auf Papier und zwischen zwei Buchdeckeln: da passt’s.

Aus dem Regal

Die Enden der Welt von Roger Willemsen

Bekanntermaßen macht der Sohn gerade mit seiner Schwester Urlaub. Freundlicherweise haben sie uns Eltern auch mitgenommen. Sie brauchten wohl Fahrer und Leute, die den Essensnachschub sicher stellen. Alles andere bekommen sie auch gut allein geregelt.

Buchcover Wenn wir jetzt aber schon mal so charmant zum Abhängen verdonnert sind, können wir auch wieder mal ins Regal greifen. Irgendwo muss man schließlich hingucken, vor allem, wenn gerade mal kein Boot vorbei kommt, um bewundert zu werden.

Heute also Señor Willemsen mit einem Buch über das Reisen. Was bekanntermaßen nicht ganz das gleiche ist wie Urlaub machen. Und das Reiseverständnis des Autors hat passenderweise eine gerade durch die Gegend reisende Dame an anderer Stelle recht treffend zitiert. Das spare ich mir hier somit.

Und sage lieber, dass das Buch nicht nur Höhen sondern auch ein paar Längen hat. Dafür aber immerhin – und erwartungsgemäß – nicht nur dröge Landschaftsbeschreibungen bietet sondern auch Einblicke in sein Weltverständnis. Hier zum Beispiel:

… und ich denke, jeder sollte in seinem Leben einmal Opium geraucht haben. Jeder sollte wissen, was das Gehirn kann, und wer sagt: Dafür muss ich nur Berge erklimmen, Marathon laufen, von Klippen springen oder ganz schnell die Treppe hoch steigen der weiß nicht, wie viele Metamorphosen das wilde Tier durchmachen kann, das wir in unserem Schädel beherbergen.

Den Kindern habe ich das lieber nicht vorgelesen. Sie wirken auch so ausreichend entspannt.

Aus dem Regal

Deadline von Bov Bjerg

Im Frühjahr gab’s in Hamburg eine Lesung, auf der weder der Sohn noch ich waren. Vier Blogger haben dort gelesen. Also Leute, die in das Internet schreiben. Alle vier haben jedoch auch ihre Hände im Buchgeschäft. Schlimm, dieser Klüngel.

Deadline von Bov Bjerg Einer von ihnen ist Bov Bjerg. Und neben diversen Buchbeteiligungen gibt es auch einen Roman von ihm. Deadline heißt der. Ein überwiegend grünes Cover hat er. Und erzählt aus der Perspektive einer Dame, welche Übersetzerin ist. Was zwar eigentlich nicht relevant ist, auf der anderen Seite aber sehr bedeutsam.

Nicht relevant ist es für ihre Fähigkeit, tatsächlich einen mehrstündigen Fußmarsch zum Flughafen anzutreten und dabei quasi ihren Flug zu verpassen. Sehr bedeutsam ist es hingegen für ihre Schilderung der sich daran anschließenden Geschichte es kleinen Familienbesuchs. Denn bei absolut unauflösbaren Fällen von alternativer Wortwahl führt sie einfach alle Möglichkeiten gleichzeitig auf. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

An den Biertischen saßen schwarz-weiß oder bunt gekleidete Frauen, die mit der Schwester zur Schule gegangen waren. Und Frauen, die Kinder hatten, die mit Yannick (dem Kleinen) zur Schule gingen. Und Frauen, die sowohl mit der Schwester zur Schule gegangen waren als auch Kinder hatten, die mit Yannick (dem Kleinen) zur Schule gingen.

Ein paar Männer waren auch da, das waren die Männer der Frauen und | oder die Männer der Mütter der Kinder.

Kinder rannten durch den Garten und wurden von ihren Müttern ermahnt.

Zwei Spätgebärende | Spätgeorenhabende trugen ausgebeulte Tagetücher unter dem Kinn.

Eine Frau sagte: »Wie Pinguine.«

Ein Mann: »Wie Papageien.«

Auf dem Rückumschlag wird eine gewisse Frau Monika Rinck damit zitiert, dass es »ein nervöser […] Roman« sei. Das stimmt. Also bitte nicht als Bettlektüre kurz vor dem Einschlafen lesen.

Und wer nicht gleich ein ganzes Buch in die Hand nehmen möchte, kann den Herrn Bjerg einfach auf Twitter stalken. Das ist recht unterhaltsam, da er zu vielen aktuellen Nebenkriegsschauplätzen recht charmante Kleinserienlästereien erstellt. Die meisten sogar ohne Wortalternativenauswahlmöglichkeit.

Aus dem Regal

Pierre und Jean von Guy de Maupassant, aus dem Französischen von Ernst Weiß

versus

Ich bin Charlotte Simmons von Tom Wolfe, aus dem amerikanischen Englisch von Walter Ahlers

Es gibt Zeiten im Leben einer Familie, da ist der korrekte Griff in das Regal ganz furchtbar wichtig. In der Schwangerschaft zum Beispiel. Denn da wird vorgelesen.

Britische Spannung hatten wir beim letzten Mal. Das wollten wir nicht einfach wiederholen. Also musste eine Alternative her. Oder gleich mehrere. Wie diese beiden zum Beispiel:

Es ist ein charmantes Paar aus dem Franzosen Guy de Maupassant und dem Amerikaner Tom Wolfe. Zwei Bücher statt nur einem, da kann nichts schief gehen. So dachte ich mir das zumindest. Vollkommen naiv, natürlich.

Das dünne Flittchen kam auf Empfehlung bei den Herzdamengeschichten ins Haus. Der Herzdames Herr Buddenbohm schreibst selbst ganz passabel. Da werden seine Tipps so verkehrt nicht sein. Sollte man meinen. Dumm nur, wenn der schwangeren Frau schon nach den ersten paar Absätzen der Rest der Geschichte erstaunlich präzise klar ist. Das Buch ist ab dem Moment quasi abgeschrieben. Nicht mehr interessant. Da hilft auch der beste Vorleser wenig.

Das kann beim dicken Schinken nicht so leicht passieren. Mehr Seiten – mehr Geschichte, dachte ich mir. Außerdem war es seit einiger Zeit die Empfehlung eines Freund des Hauses. Es ist ein belesener Freund. Seine Meinung passt schon. Meistens zumindest. Nur eben dann nicht so recht, wenn man beiläufig seine Begeisterungsfähigkeit für Teeniegeschichten an amerikanischen Hochschulen unterschätzt. Viel mehr gibt’s hier nämlich nicht. Was die Frau auch bei fortgeschrittener Schwangerschaft schnell durchschaut. Da helfen auch die an J.R.R. Tolkien erinnernden epischen Landschaftsbeschreibungen wenig.

Zwei Griffe ins Regal. Zwei Griffe daneben. Und das schon vor der Geburt. Es sieht so aus, als hätte die Tochter einmal Buchauswahl frei.


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Aus dem Regal

Zwei, drei, vier: Wie ich eine Familie wurde von Maximilian Buddenbohm

Zwei, drei, vier - wie ich eine Familie wurde Es soll ja Leute geben, die schreiben nicht nur in das Internet, sondern auch zwischen zwei Buchdeckel. Erst kürzlich hatten wir so ein Exemplar. Jetzt ist sein Nachbar dran: der Herr hinter den Herzdamengeschichten. Welcher übrigens nicht im mairisch verlag veröffentlicht, wie man naiv annehmen könnte, sondern in dem Haus, dem auch der Papst seine Texte anvertraut. Was soll da also schief gehen?

Nichts natürlich. Denn Herr Buddenbohm hat getan, was ein Herr Buddenbohm tun muss: Er hat ganz wunderbare Texte aus seinem Blog genommen und aus ihnen einen Remix erstellt, der druckbar und furchtbar unterhaltsam ist. Wie zum Beispiel dieser krönende Abschluss eines intensiven Hochzeitsvorbereitungstrainings:

Tatsächlich habe ich es dann nach der Hochzeitszeremonie wirklich geschafft, die Braut über die Schwelle zu tragen und in dieser romantischen Pose ein klein wenig zu verharren, damit die Fotografen ordentlich draufhalten konnten.

Und hätte ich rechtzeitig gemerkt, daß auch gefilmt wurde, mit Tonaufnahmen sogar, dann hätte ich gewiß darauf verzichtet, den Fotografen jenen humorigen Satz zuzuzischen, den mir die Familie der Braut mit einem gewissen Recht heute noch übel nimmt: „Macht schnell, das Biest ist schwer.“

Wie man leicht sieht, macht dieser Schinken Lust auf Familie. Und für alle, die noch keine haben, empfehle ich: Nehmen Sie das Buch. Und ihre Partnerin. Und dann ab ins Bett.

Zum Vorlesen, versteht sich.

Aus dem Regal

Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich von David Foster Wallace, aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay

Was macht man eigentlich im Urlaub? Verreisen? Ein Buch lesen? Warum nicht mal ein Buch über das Verreisen lesen? Dieses hier von David Foster Wallace zum Beispiel.

Darin geht’s um eine Kreuzfahrt. Und ihre Reize. Und Überreize. Und Feinheiten. Und Details. Wie diese hier bei der Beschreibung des stillen Örtchens der Kajüte an Bord:

Sie haben übrigens richtig gehört: ein Unterdruck-Lokus. Aber wie schon bei der Lüftungsanlage in der Decke handelt es sich nicht um irgendwelchen Kinderkram, sondern sozusagen um die Vollversion, die große Lösung. Schon die Spülung verursacht ein kurzes, aber traumatisierendes Geräusch, ein Gurgeln in Höhe des dreigestrichenen C, wie ein gastrischer Tumult in kosmischem Maßstab, begleitet von knatternden Sauglauten, die Angst einflößend und tröstlich zugleich sind. Die eigenen Rückstände werden, so wird einem vermittelt, nicht einfach nur entfernt, sondern geadezu hinwegkatapultiert, und das so vehement, dass sie buchstäblich wesenlos werden … Schon beinahe eine existenzielle Entsorgungsmethode.

Am Absatz hängt abschließend noch ein Paar von gleich zwei Fußnoten, eine davon umfasst auch mehr als eine Seite. Sie weist auch eine weitere Spezialität des Romans auf: die Fußnote in der Fußnote. Sieht man ja auch nicht jeden Tag. Das ist aber noch nicht alles an Fußnotenbesonderheiten. Zwei weitere gibt es: die in Klammern eingeschlossene Anmerkung im Fließtext, ganz ohne Fußnote, und die Fußnote, welche komplett nur aus einer in Klammern eingeschlossenen Anmerkung besteht.

Das kann doch kein Mensch lesen? Könnte man meinen, vor allem nach all dem unendlichen Spaß, der im letzten Jahr um die Jahrhundertübersetzung von Wallace‘ Hauptwerk gemacht wurde. Es stimmt aber gar nicht. Es geht. Dieses Buch hier ist lesbar. Sehr gut sogar. Und sehr unterhaltsam. Und so anschaulich, dass man sich den Unterhaltungswert einer Kreuzfahrt zwar gut vorstellen kann, ihn aber schon in der Gegenwart problemlos den anderen überlassen kann. Urlaub hin oder her.

Aus dem Regal

Delfinarium von Michael Weins

Cover Delfinarium von Michael Weins Es ist mal wieder ein Buch aus dem mairisch-Verlag. Das ist ja fast schon ein Qualitätsmerkmal per se. Selbst wenn es diesmal nur um einen spätpubertierenden Jüngling geht, der auf der Suche nach sich selbst fast seine Freundin verschleißt und nonchalant die verheiratete Frau eines anderen, nein: zweier anderen, entführt.

Das reicht auch schon so grob zum Inhalt. In dessen Verlauf sich schleichend ein Verdacht bezüglich des Zusammenspiels der diversen Charaktere einschleicht. Denn so recht geht’s offenbar nicht auf, das Verhältnis. Vor allem jenes zwischen der entführten Frau und ihren Männern. Aber der Verdacht verliert sich im Verlauf der Seiten wieder. Alle Personen scheint es wirklich zu geben. Personen, wohlgemerkt.

Und für alle, die etwas Spielverderberei vorab tolerieren können, hier ein Auszug aus dem eher hinteren Teil des Buches:

Und ich bin sicher, dass es sich um die Stimme von Susann und Marie handelt, die identische Stimme. Und Susann schaut mir geradewegs in die Augen, sie sagt: »Danke, Martin.«

Und ich flüstere: »Daniel.«

Sie lächelt und wiederholt: »Martin.«

Und ich lächle ebenfalls und sage: »Meinetwegen.«

Und sie sagt: »Danke.«

Und dann lächeln wir beide.