Aus dem Regal

Die Enden der Welt von Roger Willemsen

Bekanntermaßen macht der Sohn gerade mit seiner Schwester Urlaub. Freundlicherweise haben sie uns Eltern auch mitgenommen. Sie brauchten wohl Fahrer und Leute, die den Essensnachschub sicher stellen. Alles andere bekommen sie auch gut allein geregelt.

Buchcover Wenn wir jetzt aber schon mal so charmant zum Abhängen verdonnert sind, können wir auch wieder mal ins Regal greifen. Irgendwo muss man schließlich hingucken, vor allem, wenn gerade mal kein Boot vorbei kommt, um bewundert zu werden.

Heute also Señor Willemsen mit einem Buch über das Reisen. Was bekanntermaßen nicht ganz das gleiche ist wie Urlaub machen. Und das Reiseverständnis des Autors hat passenderweise eine gerade durch die Gegend reisende Dame an anderer Stelle recht treffend zitiert. Das spare ich mir hier somit.

Und sage lieber, dass das Buch nicht nur Höhen sondern auch ein paar Längen hat. Dafür aber immerhin – und erwartungsgemäß – nicht nur dröge Landschaftsbeschreibungen bietet sondern auch Einblicke in sein Weltverständnis. Hier zum Beispiel:

… und ich denke, jeder sollte in seinem Leben einmal Opium geraucht haben. Jeder sollte wissen, was das Gehirn kann, und wer sagt: Dafür muss ich nur Berge erklimmen, Marathon laufen, von Klippen springen oder ganz schnell die Treppe hoch steigen der weiß nicht, wie viele Metamorphosen das wilde Tier durchmachen kann, das wir in unserem Schädel beherbergen.

Den Kindern habe ich das lieber nicht vorgelesen. Sie wirken auch so ausreichend entspannt.

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2 Antworten zu “Aus dem Regal

  1. Frau Müller Freitag, 29. April 2011 um 521

    Ja, ich muss gestehen, ich fand Herrn Willemsens Anekdotensammlung eher „so mittel“… Aber für einen Urlaub reichts und man ist am Ende um ein paar Weisheiten reicher – siehe Opium. 😉
    Frau Müller.