Berufswunsch (11)

Da der Sohn sich selbst gerade in einer ganz persönlichen Heizperiode befindet, hat er mal wieder ein paar der verstaubten Instrumentarien aus dem Regal geangelt. Um ein wenig von der ihn umgebenden Dramatik abzulenken, hat er das medizinische Werkzeug genommen und gleich mehrfach bei mir Fieber gemessen. Er guckt daraufhin erst das Thermoter, dann mich sehr ernst an und sagt: Papa, Du lebst ja noch!

Wohl wahr.

Und bei dieser Fähigkeit zu einer glasklaren und unwiderlegbaren Diagnose, bei dieser Sorge um das Wohl der anderen, bei diesem Einfühlungsvermögen, bei diesem Talent zu prägnanten Aussagen und bei diesem Hang zur Konzentration auf das Wesentliche wird der Sohn einmal Arzt. Chefarzt, versteht sich.


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