Süße Träume

Als moderner Mann von heute liegt mir das Wohl des Sohnes sehr am Herzen. Er ist jung, er braucht alle Pflege, die er bekommen kann. Und das immer, ganz gleich ob Tag oder Nacht.

In diversen schlauen Ratgebern wird allgemein viel Schlaf empfohlen. Das hat der Sohn offenbar alles sehr gründlich gelesen. Denn auf seinen Schlaf achtet er sorgfältig. Pünktlich ins Bett. Entspannt wieder aufstehen. Gern auch ein paar Stunden Mittagsruhe. »Das hält jung« – sagt er, »und es entspannt die Seele.«

Da hat er recht, denke ich mir und frage vorsorglich gleich früh am Morgen: »Hast Du gut geschlafen, mein Sohn?«

»Ja!« – sagt er.

»Und was hast Du geträumt?« – frage ich noch während mir die möglichen Antworten bereits durch den Kopf gehen. Junge, blonde Damen in der Kita sind ein guter Kandidat. Von denen schwärmt er tagsüber reichlich. Warum sollen sie nicht auch seine Träume bereichern? Bagger in allen Variationen sind ebenfalls eine sehr wahrscheinliche Möglichkeit. Überhaupt: Autos und dazugehörige tägliche Garagenbauaktionen unter Verwendung vieler Holzklötzchen mitten im Wohnzimmer – ebenfalls denkbar.

Was also sagt der Sohn? »Joghurt und Würstchen!« – sagt er und strahlt dabei von einem Ohr zum anderen.

Ich weiß ja nicht, was für ein Traum das war. Aber immerhin ist die Planung des Abendessens jetzt schon am frühen Morgen abgeschlossen. Das ist ja auch viel wert und sehr zum Wohl des Sohnes.

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