Hat Zukunft

Backwaren im Backwarenfachgeschäft zu kaufen ist eine eher alltägliche Beschäftigung, selbst für den modernen Mann von heute. Manchmal ist der Sohn dabei. Sitzt bei diesen Gelegenheiten gern beim Herrn Papa auf dem Arm. Und beobachtet. Meistens die Damen hinter dem Tresen. Aber das ist nicht immer so. Manchmal trainiert er auch die Wirkung seines Augenaufschlags bei jenen, die ihren nachmittäglichen Chillout bei einem Stück Kuchen samt zugehöriger Tasse Kaffee zelebrieren.

Mit Erfolg. Eine dieser Damen hat kürzlich ihre Pause unterbrochen, kam zu uns an den Tresen, lächelte den Sohn schüchtern an und sagte: „Es tut gut, zu sehen, dass ich bei Dir noch viel Zukunft hätte.“ Sie greift in ihre Handtasche, zückt eine Tafel feiner Schokolade und drückt sie dem Sohn in die Hände. Er greift zu, hält seine Beute mit beiden Händen gut fest und lächelt zufrieden. Seine neue Verehrerin dreht sich weg und schreitet von dannen. Man sieht, wie schwer es ihr fällt.

Als moderner Mann von heute bin ich mir mit dem Sohn natürlich darin einig, dass Schokolade zwar ein süßes Geschenk fremder Frauen ist, aber doch besser in meinem Mund schmilzt als in seinem. Also habe ich sie am Abend komplett zum Schmelzen gebracht, samt anschließender Bauchschmerzen. Irgendwie bin ich trotzdem froh, dass der Sohn noch nicht kistenweise Bier, Whiskey, Wein oder Eierlikör nach Hause bringt.

Backwaren wären doch mal eine brauchbare Alternative.

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