Aus dem Regal

Viva Polonia von Steffen Möller

Teil zwei unserer kleinen Serie über Bücher, die der Sohn zwar zum Lesen aus dem Regal holt, die er eigentlich aber gar nicht anfassen soll, ist gar kein Buch aus toten Bäumen, sondern eins aus kleinen elektronischen Dingen, die klingen. Ein Hörbuch also. Was für ein fulminanter Start. Aber immerhin gibt’s das Werk auch gedruckt.

Das Buch besteht nicht nur aus einer einzigen sondern aus ganz vielen Geschichten. Und diese passen auf ihre Art hervorragend zum kleinen Mann. Nicht, weil er bereits ein Polenkenner ist. Ist er nämlich nicht. War noch nie dort. Sondern weil die Geschichten ebenfalls klein sind. Und so Schritt für Schritt aus kleinen Männern kleine Polenkenner machen.

Wenn man dem Herrn Steffen zuhört, scheint das auch eine richtig feine Sache zu sein, das mit dem Polen und dem Kennenlernen. So sieht Begeisterung aus. Begeisterung für Herzlichkeit, Überlandbusfahrten, Weichselaphroditen und das Reparieren quietschender Türen mit Butter. Alles drin. Alles dran. Alles polnisch. Alles kolumnig gut erzählt.

Trotzdem, oder sogar genau deswegen, hat mich das Buch in dem Gefühl bestärkt, dass ein beachtlicher Teil der lebenden deutschsprachigen Literaturwelt sich im Metier der kurzen Texte wohl zu fühlen scheint. Es muss zwar nicht immer gleich Twitter-Lyrik sein, aber der klassische Roman wird vielleicht langsam genau das: ein Klassiker.

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