Glasklares Hochdeutsch

Sprache ist gut. Korrekte Sprache ist noch viel besser. Da trifft es sich gut, dass die Ahnen der Familie aus einer Gegend kommen, die selbstverständlich die Wiege des reinen Hochdeutsch ist. Aus Ehrfurcht vor diesem Erbe bin ich als moderner Mann von heute natürlich sehr bestrebt, diese reine sprachliche Eleganz direkt an den Sohn weiter zu geben.

Er weiß das auch sehr zu schätzen. Und bringt derzeit jeden Wunsch, jedes Gefühl, jeden Imperativ, jeden dezenten Hinweis auf spannende Geschehnisse in einem einzigen, glasklaren, schnörkellosen und dialektfreien Wort auf den Punkt: Da!

Als stolzer Herr Papa bin ich fast schon sprachlos und antworte selbst in Gegenwart des Sohnes auf eine sicherlich sehr sinnige Frage der Dame des Hauses mit einem lapidaren:

Seidd wann had’n dat wat damit dsu dun?

Nur gut, dass wir beim Abendessen waren. Da entgeht dem Sohn schon mal der eine oder andere sprachliche Faux-Pas, weil er damit beschäftigt ist, sich ganz in Ruhe seinem Mahl zu widmen.

Nur gut. Ansonsten würde ich mir um das nächste Wort des Sohnes ernste Sorgen machen.

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