Raubzug

Eiszeit im Wasser

Wenn der kleine Mann eine kleine Auszeit an der gar nicht so kleinen Ostseeküste nimmt, dann schickt er gern seinen großen Herrn Papa in einen strandnahen Buchladen, um sich mal wieder ein Marebuch zu gönnen.

Als moderner Mann von heute macht man gern einmal das, was der Sohn empfiehlt. Also ab, Buch geholt. Konkret: Raubzug von Bruce Knecht.

Raubzug Mit einem gesunden Maß an ausreichender Ignoranz sieht das Ganze im Laden erst einmal aus wie ein Roman. Ist aber gar keiner. Ist nämlich eine Dokumentation als Sachbuch. Macht aber nichts. Es geht nämlich um eine Verfolgungsjagd auf ein Fischpiratenboot, welche unter anderem durch das antarktische Eismeer führt. Und das ist wohlig geschrieben und durchaus mit Romanspannung versehen.

Neben der reinen Beschreibung der Verfolgungsjagd im kalten Wasser gibt es sporadisch eingestreute Erzählungen zum Fischgeschäft. Das kommt dabei gar nicht so gut weg. Es ist durchsetzt mit Machenschaften. Dubiosen vornehmlich. Wer immer damit zu tun hat, ist mit guter Wahrscheinlichkeit ein Ganove. Das lernen wir hier. Und wie man sich diese Ganoven vorstellen kann, steht auch im Buch. Hier am Beispiel des Piratenbootkapitäns:

Er hatte die ledrige Haut eines Menschen, der sein Leben lang auf See gearbeitet hatte, erinnerte aber trotzdem eher an den Weihnachtsmann als an einen Piraten.

Dem entspricht ironischerweise auch der Ausgang der Geschichte. Aber das hier im Detail zu verraten, gehört sich sicherlich nicht.

Und für alle, die sich trotz der Lektüre weiterhin den Fischgenuss nicht verderben möchten, gibt’s immerhin noch den WWF-Fischführer. Den im Buch gefangenen Schwarzen Seehecht gibt es darin zwar nicht, aber dafür kommt er schön in bunt und ist somit sogar nachwuchsgeeignet.

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