Cheers

Der kleine Mann wächst und gedeiht. Täglich hat man das Gefühl, als wäre er einen Meter größer geworden, hätte seinen IQ um mehrere hundert Punkte gesteigert und wäre irgendwie noch charmanter als er es gestern schon war.

Das kommt wohl nicht von ungefähr. Zum einen ist dem Sohn natürlich ein gesundes Maß an Großartigkeit von Natur aus mitgegeben worden. Zum anderen tut er aber auch alles, was er kann, um seine Grundlagen optimal auszubauen: so hält er sich auf der einen Seite physisch fit und hat auf der anderen Seite mittlerweile eine sehr gesunde Beobachtungsgabe entwickelt, die ihm dabei hilft, neue Ideen für den Alltag zu erkennen.

Beispiel: Tischmanieren.

Er könnte sie sich einfach durch seine Eltern erklären lassen. Oder er kann gucken, was diese tun und nicht tun, um sich sein eigenes Bild davon zu machen, ob das persönliche Wohlbefinden tatsächlich durch fortwährendes Rülpsen und Furzen adäquat ausgedrückt ist. Oder ob die Freude am gemeinsamen Zusammensein zur Esseneinnahme nicht zum Beispiel auch dadurch deutlich wird, dass jemand den Tisch schön deckt, eine Kerze brennt, die sich später prima gemeinsam auspusten lässt und zum Auftakt des Mahls die Gläser mit dem Dornfelder sanft aneinander gestoßen werden, um sich liebevoll zuzuprosten.

Der Idee steht der Nachwuchs zumindest aufgeschlossen gegenüber. Wenn auch die Sache mit dem Tischdecken wohl noch etwas Zeit braucht, um bei ihm anzukommen: Gläser anstoßen, das ist der Hit.

Also macht er, was die Großen machen. Hebt seinen Trinkbecher mit dem aufgebrühten Weinersatz, guckt erwartungsvoll erst nach links, dann nach rechts und prostet den Eltern im Wechsel zu. Wiederholt. Und nicht ohne seinen Trog mit Schmackes den elterlichen Gläsern entgegen zu schwingen, wobei seine Laune sichtbar von Mal zu Mal weiter steigt.

Dumm nur, wenn vor lauter Anstoßerei niemand mehr zum Trinken kommt. Das Lernen geht also weiter.

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