Das Baby

Der gemeine Mann von heute, ob nun modern oder nicht, ist doch meist recht einfach gestrickt. Als wir hier beispielsweise das letzte Mal ein Buch über kleine Leute mit großen Eltern zum Thema hatten, gab’s auch gleich zum Einstieg einen kleinen Fall von väterlicher Larmoyanz: es drehe sich ja doch alles nur um die Kindsmütter.

Was sind wir doch arm dran.

Nur gut, dass es auch noch andere Männer gibt. Am besten welche, die einen verstehen. Und am allerbesten welche wie Louis und Joe Borgenicht. Die beiden sind nicht nur selbst Vater und Sohn, sondern haben auch noch ein Buch auf den Markt gebracht. Das kommt daher mit einem einfachen Titel – Das Baby – und kaschiert dabei etwas hochkomplexes: eine Bedienungsanleitung zum Nachwuchs.

Das BabyDie gibt es ja bekanntermaßen nicht gleich zur Geburt dazu. Was sicherlich nur zu einem verschwindend geringen Teil am fehlenden Handschuhfach liegt. Vielmehr dürfte die ganz offensichtliche Sinnlosigkeit eines Unterfangens Schuld sein, das tatsächlich versucht, die Funktionsweise eines so hochkomplexen Gebildes wie des eigenen Nachwuchses in ein Buch zu quetschen, welches auch von uns Testosterondenkern verstanden wird, die wir doch statt zu lesen viel lieber schrauben oder zum Bohren in den Keller gehen.

Genau das haben die beiden Herren aber gemacht. Und zwar höchst unterhaltsam. Den ganzen Weg vom ersten Kapitel über Vorbereitung und Installation, über die Programmierung des Schlafmodus bis hin zu Sicherheitshinweisen und Notfallversorgung.

Schön zum Blättern. Schön zum Gucken. Schön zum Staunen. Und irgendwie sogar schön zum Lesen.

Bitte ein Exemplar für jeden von uns. Denn Bücher mit dem Untertitel Inbetriebnahme, Wartung und Instanthaltung passen auch für uns eher einfach gestrickte Konsumenten der gebundenen Papiersammlungen.

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