Aus dem Regal

Posted Freitag, 2. Oktober 2009 by PR - Papa R
Categories: aus dem regal

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Diabolus von Dan Brown, Deutsch von Peter A. Schmidt

Es gibt ein paar von jenen, die auf der einen Seite die sprachliche Theorie lehren und sie auf der anderen Seite beim Schreiben von Büchern anwenden, die sich nachher passabel verkaufen. Umberto Eco ist so einer. Dan Brown ein anderer. Und bei einem kürzlichen Bookcrossing-Streifzug gab’s Diabolus. Ich hab’s dann auch gelesen.

Krimi. NSA. Jagt nach geheimem Code. Übereifer. Eifersucht. Happy End.

Soviel zum Inhalt.

Und man kann ruhig sagen: Sein Handwerk beherrscht Dan Brown. Der Text liest sich flüssig. So flüssig, dass man sich zwischendurch beim Luftholen fragt, ob es nicht ein deutsches Wort für Pageturner gibt. Und wie es das eigentlich mit Cliffhanger? Und müssen diese wirklich unbedingt an jedem Kapitel hinten dran hängen? Und muss das alles dem Leser so deutlich ins Gesicht springen? Hier, so:

Als er ein paar Augenblicke später die Calle Delicias hinuntergring, folgte ihm geräuschlos eine stumme Gestalt.

Ich bin sehr froh, dass ich das nicht dem Sohn vorgelesen habe. Vor lauter Aufregung wäre die nächtliche Ruhe garantiert für ein paar Wochen dahin. Aber ich frage ihn morgen mal, was er von Umberto Eco hält. Ist schließlich ein Italiener, ein temperamentvoller.

Man stelle sich vor, das Buch wäre spannend, überraschend und gut zu lesen gewesen. Ist es leider nicht. Und falls jemand auf der Suche nach passabler Kryptologen-Paranoia-Motivation ist, empfehle ich eher Cryptonomicon von Neal Stephenson.

Eindruck schinden. Oder: die neue deutsche Wirtschaftsordnung.

Posted Montag, 28. September 2009 by PR - Papa R
Categories: moderner mann

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Der Sohn ist ein Mustersohn. Er macht Werbung für Söhne. Zum Beispiel wenn Besuch da ist. Das ist gerade erst wieder passiert. Zwei Herren waren zu Gast. Einer von ihnen war schwanger. Sozusagen. Kam vorbei, um mal wieder zu gucken wie das Leben mit Sohn so ist. Also hat sich der Nachwuchs kräftig ins Zeug gelegt und ein ordentliches Unterhaltungsprogramm aufgefahren. Der Besuch ist jeweils Autonarr. Da hatte der Vierradexperte des Hauses natürlich leichte Karten. Seine Autogeschichten sowie die Vorführungen von allem, was sein Spielzeugpark an Karosserien aufzubieten hat, haben schwer beeindruckt.

Fast noch mehr beeindruckt hat seine Fähigkeit, nach dem Abendmahl fix in das Bad zu stürmen, die Zähne zu putzen, sich eine neue Windel umzulegen, den Pyjama überzuwerfen, schnurstracks ins Bett zu rennen und nur noch einmal flüchtig dem Herrn Papa zuzuwinken, bevor er sich umdreht und tief und fest schläft.

»Er schläft jetzt durch?« – fragt der schwangere Besuch. Skeptisch der Blick. Faltenreich die zweifelnde Stirn. »Klar,« antworte ich, »wenn er nicht gerade Durst bekommt und kurz nach der Flasche greift.« Stolz schwingt mit. Auch der moderne Mann von heute braucht schließlich ab und an Bestätigung durch andere. »Na, das geht uns selbst ja auch nicht anders«, meint der Besuch und wir köpfen jeder noch eine Flasche Bier aus der Brauerei der nahe gelegenen Burg.

Irgendwann ist der Besuch weg. Werbung erfolgreich. Der Nachwuchs kann kommen. Denkt sich auch der Sohn, wird wach und meldet sich spontan zu Wort. Nein, Durst ist es nicht. Das ist ein anderes Wort, welches er da brüllt: »Auto!« Im Imperativ. »Auto?« – frage ich ihn. »Porsche!« – sagt er. Und zeigt auf das Plüschgefährt, welches ich leichtsinnigerweise in Bettnähe liegen gelassen habe.

Käfer Porsche

Ich werfe ihm den Wagen ins Bett. Der Sohn greift fest zu, murmelt noch zweimal sanft »Porsche« vor sich hin und schläft tief und fest bis zum Morgen weiter.

So ein Käfer ist neuerdings auch nur ein Porsche. Und so einfach sowie präzise lassen sich die aktuellen Ordnungsregeln von Teilen der deutschen Großindustrie auf den Punkt bringen. Ich werde blass vor Neid.

Der Sohn ist halt ein Mustersohn.

Aus dem Regal

Posted Montag, 21. September 2009 by PR - Papa R
Categories: aus dem regal

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Wie der Soldat das Grammofon repariert von Saša Stanišić

Was kann man von einem Buch erwarten, welches in den Danksagungen unter anderem hiermit aufwartet:

Dank an das Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop für die Ruhe, den Schutzraum und die Dünen.

Cover von 'Wie der Soldat das Grammofon repariert' Nur das Beste, versteht sich. Denn Ahrenshoop ist wirklich recht fein, die Dünen dort gar prächtig. Und so entstand ein Roman, welcher nicht nur eine Strandszene auf dem Buchumschlag vorweisen kann, sondern auch noch so kunstvoll, elegant, kurzweilig und ansprechend geschrieben ist, dass einem fast schon die Angst kommt.

Erzählt wird die Geschichte von Aleksandar und seiner Heimatstadt Višegrad. Es ist eine Geschichte des Krieges, von Verlusten, eine Geschichte der Flucht nach Deutschland, Essen gar, eine Geschichte der Reise zurück, um die Vergangenheit zu suchen und ein Mädchen zu suchen. Trotz all der Dramatik, die der Geschichte inne wohnt, ist sie herrlich undramatisch erzählt. Von Aleksandar, der in die Fußstapfen seines geschichtenerzählenden Großvaters fällt. Und bei so viel Geschichten und Erzählen und Geschichtenerzählen, gibt es sogar etwas ganz Besonderes: ein Buch im Buch. Natürlich von Aleksander. Und darin heißt es zum Beispiel:

Opa Slavko und ich werfen als Erstes einige schlafende Kühe um, dann spielen wir Schach auf einer umgefallenen Kuh, bis die Dame dem König eine scheuert und mit dem schwarzen Bauer auf einem weißen Springer nach Bulgarien durchbrennt, in die Heimat des schwarzen Springers an das Schwarze Meer. So viel schwarz-weiß!

Aber drumherum da gibt es ganz viel Farbe. In der Geschichte und vor allem der Art, wie sie erzählt ist. Lesen!

Den Weg ins Haus hat das Buch übrigens über den mitlerweile geschlossenen Kiosk des Herrn Paulsen gefunden. Aus dem Regal hat’s der Sohn geholt, weil auf dem Buchdeckel nicht nur Strand zu sehen ist (Wasser!), sondern auch zwei Hunde. Hunde findet der Sohn gerade ganz toll. Man stelle sich vor, das Buch hätte enttäuscht. Hat’s nicht. Nur gut.

Berufswunsch (6)

Posted Samstag, 5. September 2009 by PR - Papa R
Categories: berufswunsch

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Es gibt so Sachen, die macht der normale Durchschnittsbürger eher nicht. Einen Freizeitpark in der Pfalz besuchen zum Beispiel. Wir haben das jetzt trotzdem mal gemacht. Nicht, weil der Sohn gedrängelt hätte. In dieser Hinsicht ist er doch noch recht entspannt. Aber er hatte sich kürzlich für ein paar Wochen einen Gastschüler ins Haus geholt. Und wie das so ist mit den Gästen, den Gelegenheiten, dem Nutzen dieser, den Gepflogenheiten und Möglichkeiten im deutschen Lande sowie dem Kennenlernen eben dieser: Manchmal kommt es alles zusammen.

Also haben wir das Gefährt gesattelt und uns durch die Weinberge in die Pfalz vorgekämpft. Dort: Parken, Eintreten, Attraktionen erleben. So könnte man sich das zumindest vorstellen. Aber nach Schritt zwei, dem Eintreten, hat der Sohn mich angeguckt und ich habe den Sohn angeguckt und beide haben wir beschlossen, dass mit dem Schritt drei, den Attraktionen, recht gut delegieren können. Wozu haben wir schließlich die Dame des Hauses sowie den Gastschüler dabei? Eben.

Karussel im Holiday Park Hassloch

So ziehen wir durch den Park. Free Fall Tower, Donnerfluss, Teufelsfässer, GeForce Achterbahn, Lighthouse Tower: Die Dame und der Schüler, beide müssen sie rein und Klettern, Fallen, Schwimmen, Fahren, Drehen. Wir anderen beiden, wir gucken und wir kommentieren. Zum Testen setzt sich auch der Sohn einmal in ein Karussel, guckt dabei aber eher ungeschickt. Meine Risikofreude beschränkt sich auf das Ratatouille in einem der Parkrestaurants. Ich finde das schon sehr mutig.

Hauptsächlich aber laufen wir beide herum. Setzen uns auch mal auf eine Parkbank und gucken. Betrachten die anderen Leute. Kommentieren, was sie tun. Gucken. Kommentieren. Wieder und wieder. Ab und an boxen wir uns gegenseitig auf den Oberarm. Lachen dazu selbstgefällig.

Wenn ich das korrekt erkenne, wird der Sohn wohl mal Statler & Waldorf. Aus purer Rücksicht auf seine Psyche bin ich bereit, dabei noch für eine Weile seinen Compagnon zu spielen.

Chance vertan

Posted Sonntag, 16. August 2009 by PR - Papa R
Categories: essen, moderner mann

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Es klingelt. Am Festnetzanschluss. Was nur sehr selten passiert. Entsprechend zögerlich nehme ich den Hörer ab. Und werde von einer charmanten Frauenstimme begrüßt. Die Dame des Hauses ist es nicht. Sie ist nämlich ebenfalls zu Hause und würde mich im Zweifelsfall auch eher auf dem Funkgerät anrufen. Also bin ich stutzig und gucke mich nach dem Sohn um. Vielleicht hat er sich ein neues Spiel ausgedacht und lauert jetzt hinter der nächsten Ecke um zu gucken, wie es läuft. Aber nein: er steht direkt neben mir und guckt momentan ebenfalls leicht verwundert auf den Telefonapparat. Während dessen stellt die Frau mit der charmanten Stimme sich vor. Was weder der Sohn noch ich verstehen, da wir zu intensiv mit verwunderten Blicken beschäftigt sind.

Charmante Frauenstimme: Ich bin von Infratest und würde Ihnen gern ein paar Fragen zum Thema Reisen stellen.

Zuhören lohnt sich! Entweder ist das tatsächlich ein Spiel fremder Kinder. Oder es stimmt, was die Dame gerade gesagt hat. Das wäre ja ein Traum. Ich könnte meine Stimme in ein Umfrageergebnis bekommen. Auch und gerade als moderner Mann von heute möchte ich Einfluss nehmen. Meine Meinung kund tun. Das wollte ich schon immer. Wie oft habe ich schon gedacht, dass diese Umfragen nur erfunden seien. Genauso wie der Mythos des Staubsaugervertreters. Wobei letzterer vor einiger Zeit tatsächlich bei uns an der Tür geklingelt hat. Ich ihn allerdings aus einem spontanen Reflex heraus für einen GEZ-Spion gehalten und somit aus Prinzip gleich wieder verjagt statt auf einen Kaffee eingeladen habe. Das passiert mir nicht noch einmal. Dieses Mal klingelt es nicht nur an der Tür sondern aus dem Telefon und ich werde meine Chance nutzen. Die Chance, der Welt mitzuteilen, was ich denke. Ich, als Teil des Volkes. Ich werde gleich meine Stimme erheben und Großes verkünden. Ich werde dieses Umfrageergebnis beeinflussen. Ich werde die Leute nicht nur stutzig machen mit meinen Antworten, nein, ich werde sie nachdenklich stimmen. Ihre eigene Meinung zum Thema herausfordern. Ich werde meinen Teil dazu beisteuern, dass sich die Welt verändert und ein besserer Platz wird.

Charmante Frauenstimme: Passt es denn gerade bei Ihnen?

Ja klar! – antworte ich.

Dabei bleibt es aber auch. Denn der Sohn marschiert mit zwei souveränen Schritten zum Telefon, langt kurz zu und trennt zielsicher die Verbindung.

Chance vertan, denke ich.

Zeit zum Abendessen, meint er.

Seine Welt ist noch auf solidem Fundament gebaut. Und von Luftschlössern ist noch niemand satt geworden.

Aus dem Regal

Posted Mittwoch, 12. August 2009 by PR - Papa R
Categories: aus dem regal, bücher

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Corpus Delicti von Juli Zeh

Cover von Corpus Delicti von Juli Zeh Es gibt derzeit so einen gewissen Hype um deutschsprachige Frauen, die nicht nur schreiben, sondern offenbar auch noch als jung genug gelten, um damit aufzufallen. Judith Hermann, Nora Bossong, Juli Zeh. Alle toll. Findet auch der Sohn und hat mir neulich Juli Zehs Corpus Delicti vor die Füße geworfen.

Es ist natürlich ein Justizroman. Und natürlich einer, in dem Drogen eine Rolle spielen. Eine ganz beiläufige, versteht sich. Denn hauptsächlich geht es um etwas ganz anderes. Es geht um einen Prozess, dem die Protagonistin sich stellen darf. Worüber sie nicht nur glücklich ist:

»Niemand«, sagt Mia, »kann nachvollziehen, was ich durchmache. Nicht einmal ich selbst. Wäre ich ein Hund – ich würde mich ankläffen, damit ich nicht näher komme.«

Worum es geht? Um nichts geringeres als eine Gesellschaftskritik verpackt in einen Roman. In dem der Protagonistin, Mia, der Prozess gemacht wird. Da sie nicht mehr mitspielt. In einer Gesellschaft, in der das Mitspielen zum Prinzip und das Funktionieren zum obersten Gebot erkoren ist. Das bisher eher als beiläufig angesehene Gut der Gesundheit wird zum Maß aller Dinge. Dieses nicht anzustreben wird zum Verbrechen. Jemand, der so handelt, zum Terroristen. Dem der Prozess gemacht gehört. Und sei es letztendlich nur ein Stellvertreterprozess, weil man diesen Prozess Mias Bruder, Moritz, nicht mehr machen kann. Wofür er selbst gesorgt hat:

»Das Leben«, sagt Moritz leise, »ist ein Angebot, das man auch ablehnen kann.«

Und ein Buch ist ein Angebot, das man auch weglegen kann. Muss man in diesem Fall aber gar nicht. Zumindest nicht, bevor man es gelesen hat. Hype hin oder her. Und wer unbedingt meint, dass Gesellschaftskritik nicht in einen Roman gehört sondern Thema für ein Sachbuch ist, der kann sich ja das neueste Werk aus dem Hause Zeh holen: Angriff auf die Freiheit. Verfasst zusammen mit dem Reiseliteraten Ilija Trojanow.

Applaus

Posted Sonntag, 26. Juli 2009 by PR - Papa R
Categories: karlsruhe

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Der Sohn geht aus und mischt sich unter das Volk. Er macht das gern. Insbesondere, wenn es passend organisierte Gelegenheiten dazu gibt, zu denen sich das Volk extra an einem gemeinsamen Ort versammelt. Dann braucht der Sohn nicht bei jedem Volksteilnehmer persönlich zu Hause klingeln.

Gerade jetzt am Wochenende gab’s in Karlsruhe wieder das Fescht. Das ist eine solche Gelegenheit. Kenner der Szene sagen, dass es sich hierbei lediglich um eine Huldigungszeremonie für gelbe Quietscheenten handelt. Das stimmt natürlich überhaupt nicht. Schließlich gibt es auch ein Treffen zum Brunch. Ganz ohne Enten. Dafür mit klassischer Musik, persönlich vorgetragen von einer Karlsruher Orchestercombo.

Als wir dem Sohn die Sache mit dem Brunch erklärt haben, wollte er dort hin. Essen geht immer. Gern auch in Gesellschaft. Wovon wirklich reichlich dort war. Skurrile noch dazu. Etwas komisch geguckt hat er bereits in der Straßenbahn, Haltestelle Schillerstraße, als ein paar Mädels hinter uns meinten: »Schiller. Auch so ein intensiver Typ. Voll Parties und so. Was sie da alles geraucht haben.« Aber der Weg ist bekanntermaßen nicht immer das Ziel. Und der Sohn hat einfach konzentriert in eine andere Richtung geschaut. Dort saßen ein paar Rentnerinnen. Vollkommen schweigsam.

Auf dem Fest gab es, was es dort immer gibt: Leute. Viele Leute. Auch in diesem Jahr wieder viel mehr Leute als im letzten Jahr. Ich glaube, so voll war es noch nie! Aber wir sind ja im Freien. Da ist Platz. Für die Decke auf der Wiese. Und sei es direkt am Weg, der quer durch die Wiese führt.

Decke ausgebreitet. Essen angerichtet. Das Mahl beginnt. Leute gehen vorbei. Von rechts nach links. Von links nach rechts. Es werden immer mehr. Hin und her. Irgendwann fängt die Musik an zu spielen. Da vorn auf der Bühne. Auf der anderen Seite des Weges. Man sieht es nur manchmal. Meist sieht man Waden (für den Sohn) oder Hintern (für die Eltern). Nicht immer nur die schönsten. Doch der Sohn ist glücklich und klatscht. Wenn er nicht gerade vom Essen abgelenkt ist, spendet er Applaus.

Wenn ich nur wüsste, ob er es tut, weil er keine weiteren Schillerkritiken zu ertragen braucht, ob es den Leuten neben und hinter uns gilt, die so wie er fleißig am Essen sind, ob es der Musik gilt oder vielleicht doch den Waden vor seinen Augen.

Wahrscheinlich ist es von allem etwas. Er ist eben gern in Gesellschaft.

Wochenende

Posted Samstag, 18. Juli 2009 by PR - Papa R
Categories: bräuche

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Es ist Wochenende. Familienzeit. Die Gelegenheit, den ganzen Tag gemeinsam etwas zu unternehmen. Frühstück. Spielplatz. Spielzeug. Bücher gucken. Stadtbummeln. Abhängen im Botanischen Garten. Sandkasten. Kaffee trinken.

Nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge und manches gern auch mehrfach. Raus aus dem Alltag, lautet die Devise. Abwechslung ist das Motto.

Und was macht der Sohn? Steht ganz ohne Wecker pünktlich auf. Schnappt sich ein Buch und liest es auf dem stillen Örtchen, geht sich die Zähne putzen, stapft in die Küche, wirft die Kaffeemaschine an, deckt den Tisch für den alltäglichen Frühimbiss, zieht sich an, samt Schuhen und Mütze auf dem Kopf. Pünktlich für den Marsch zur Kita stellt er dem schlaftrunken durch die Wohnung torkelnden Herrn Papa die feinen Lederschuhe bereit und sagt klar und deutlich an, wohin es jetzt wohl geht: zu Anna.

Wir haben jetzt zwei Tage Zeit, ihn vom Gegenteil zu überzeugen.

Aus dem Regal

Posted Samstag, 11. Juli 2009 by PR - Papa R
Categories: aus dem regal

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Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution von Bora Cosic, aus dem Serbischen übersetzt von Mirjana und Klaus Wittmann

Was passiert, wenn man eine Familie von Hauptdarstellern in einem Zimmer unterbringt, das Zimmer nach Belgrad steckt, in die vierziger Jahre des letzten Jahrhunderts und über den gesamten Kosmos, der dieses Zimmer streift, vom Kind der Familie erzählen lässt? Beispielsweise das hier:

Die rotbackige Genossin in Stiefeln wischte sich mit dem Handrücken die Nase ab und rief aus: »Wir werden für Brüderlichkeit unter den Menschen, dem Viehzeug und der übrigen Menschheit kämpfen, ausschließlich mit Mitteln der Überzeugung!« Die Tanten erklärten: »Wir sind bereit, auch dreißig Mitglieder der Befreiungsbrigade bei uns übernachten zu lassen!« Opa sagte sofort: »Das würde euch so passen!« Sieh fuhren fort: »Aber Affen können wir nicht aufnehmen, wegen der naturgegebenen weiblichen Angst und weil ein Kind im Haus ist!« Mama sagte: »Und ich werde verrückt, wenn es zu solchen Konsequenzen kommen sollte!« Genosse Abas tröstete sie: »Macht nichts, wir werden auch die Verrückten zu Menschen machen und sie nicht mehr fesseln und in kaltes Wasser werfen wie in der Vorkriegszeit!« Opa sagte: »Ihr müßt es ja am besten wissen!« Genosse Abas bestätigte: »Richtig!«

Weniger komprimiert ist das Buch an praktisch keiner Stelle. Dafür kommt es in kompakten 110 Seiten daher. Diese sind manchmal etwas bitte, dafür aber auch humorvoll genug verpackt, um verdaulich zu bleiben.

In das Regal kam das Buch übrigens auf Empfehlung von Herrn Merlix. Herausgeholt hat es der Sohn, versteht sich.

Chiffre

Posted Mittwoch, 17. Juni 2009 by PR - Papa R
Categories: charmeur

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Frisch diktiert:

Männlich, ledig, verdammt jung, sucht: Brünette in kurzem Kleid und passender Windel, welche sich heute im Schlosscafé vorgestellt hat als: „Melissa, nettes Mädchen.“

Der Sohn, der heiße Feger. Nordish by Nature, Latino by Heart.