Verklärt

Posted Montag, 5. Mai 2008 by PR - Papa R
Categories: moderner mann

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Früher, also ganz früher, da sollen ja selbst die alten Zeiten noch besser gewesen sein. So sagt es zumindest ein schlaues Sprichwort.

Und der moderne Mann von heute wird sich natürlich hüten, entweder etwas gegen die alten Zeiten oder die neuen Sprichworte zu sagen. Aber immerhin erkennt der feige Mann von heute, dass selbst an den Sprüchen, die so jung nun eigentlich auch wieder nicht sind, durchaus etwas dran ist. Und hier ist die Moral sogar recht schlicht: etwas nostalgische Verklärtheit hilft, die Welt nicht nur geordneter sondern auch ein Stück weit angenehmer und einfach charmanter zu sehen.

Das bestätigt sich auch im öffentlichen Leben mit dem kleinen Mann immer wieder auf das Neue.

Schon beim ersten öffentlichen Auftritt hat der Nachwuchs den Herrn Papa dadurch irritiert, dass wildfremde Frauen plötzlich mitten in ihrer Bewegung inne hielten, sich nach dem Vorbeiziehen gar wieder umdrehten und entweder schlicht freundlich lächelten oder sich gar zu einem schmachtenden Seufzer hinreißen ließen. Die Sehnsüchte an entweder noch kommende oder schon längst vergangene Zeiten standen quasi plastisch im Raum. Dass keine dieser Reaktionen jedoch ihm galt, hat der moderne Mann von heute mittlerweile zum Glück recht erfolgreich verarbeitet und kann ganz entspannt darauf zurück blicken.

Mit einer ähnlichen Lässigkeit steckt er auch Kommentare weg, die ihm freundlich und ungefragt nahe legen, die Zeit mit dem kleinen Mann gefälligst zu genießen, so lange er noch klein und niedlich ist.

Als ob irgendjemand ernsthaft glaubt, dass aus so einem kleinen Charmeur einmal jemand nur schwerlich ertragbares werden könnte, dachte der moderne Mann von heute bei sich.

Bis dem kleinen Mann und ihm vor kurzem im öffentlichen Nahverkehrsmittel ein Gespann aus Mutter und Tochter begegnete, von dem der jüngere Teil gerade in dem Alter war, welches kurz vor dem Auszug aus dem elterlichen Reich kommt. Mit einer kontrolliert anmutenden Mischung aus spätjugendlicher Begeisterungsfähigkeit und früherwachsener Abgeklärtheit hat sie einen Blick in den Kinderwagen geworfen und konnte ein latent freundliches Zucken der Mundwinkel nicht vollständig verhindern.

Ihre Mutter meinte nur recht trocken: “Tja, in dem Alter warst Du auch noch süß.”

Danach sind beide ausgestiegen.

Rituale sind Rituale

Posted Donnerstag, 24. April 2008 by PR - Papa R
Categories: moderner mann

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Damit der Nachwuchs sich in seinem Leben ganz großartig entwickeln kann, sind seine Erziehungsberechtigten dabei, die eine oder andere Konstante im Alltag mit unter zu bringen. Das schafft Routine, somit Vertrauen und bestimmt ein famoses Fundament der puren Glückseligkeit in der Evolutionsgeschichte des kleinen Mannes.

Ein solcher Pol des Vertrauten ist das allabendliche Schlafengehen. Die Dame des Hauses ist in Sachen ordentlicher zu-Bett-geh-Rituale natürlich die zuständige QM-Beauftragte in der Familie und überwacht das Einhalten eines ordentlichen abendtäglichen Rhythmus’. Alberne Spielereien sind zu dieser Zeit des Tages unangebracht. Ungehörige Belustigungen der Männer der Familie ebenso. Und selbstverständlich ist zu viel Aktionismus dem Gestalten der erwünschten Nachtruhe eher ab- als zuträglich.

Der moderne Mann von heute knirscht also mit den Zähnen und widmet seine ganze Energie eben nicht der Unterhaltung des Sohnes sondern dem fast schon beiläufig anmutenden Einlullen des kleinen Mannes damit dieser für süße Träume in die Nacht entdriftet.

Das klappt für gewöhnlich sogar ganz gut.

Ganz anders sieht es selbstverständlich aus, wenn die bezaubernde Dame des Hauses sich des Abends einmal ihren wohlverdienten Ausgang gönnt. An Tagen wie diesen sind die Herren unter sich. Alle Möglichkeiten stehen ihnen offen, um die traute Zeit zu zweit zu gestalten als gäbe es keinen nächsten Tag.

Da wird gespielt, gelacht, gesungen, sich gegenseitig die Taschen vollgehauen. Da werden Situps sogar am Abend gemacht, diese allerdings nur vom kleinen, nicht vom großen Mann.

Wie deprimierend ist es in solchen Momenten der scheinbaren Ekstase, wenn der kleine Mann nach nur zehn Minuten grandioser Unterhaltung spontan den Kopf zur Seite dreht und auf der Stelle tief und fest schläft? Sehr. Also wirklich. Was soll aus so einem tiefenentspannten Kind nur später einmal werden?

Kuzure-Yoko-Shiho-Gatame. Oder: Vom Ernst des Lebens.

Posted Montag, 21. April 2008 by PR - Papa R
Categories: sport

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Der kleine Mann wird mal ganz groß. Und auf dem Weg dahin bereitet er sich auf das Spektakel des bestimmt sehr ernsthaften Lebens vor.

Und trainiert.

Und zwar so, wie sich das gehört. Und zu den Zeiten, zu denen sich das gehört. Und somit gleich früh morgens. Und das Programm dazu sieht in etwa so aus:

  • Eröffnung des Spiels mit dem Gegner durch eine klare Ansage, welche in Fachkreisen gern Kiai genannt wird.
  • Ausnutzen der noch vorhandenen Rest-Lethargie aller weiteren am Geschehen beteiligten Personen für eine lockere Aufwärmrunde mit einigen geschätzten hundert Situps.
  • Kurzer Reaktionstest beim Gegenüber durch gezielte Boxstöße, platziert auf den seitlichen Bauchmuskeln.
  • Im Falle des Aufweck-Erfolgs: Einschüchtern des Mitstreiters im Bett sowohl durch weitere onomatopoetische Feinsinnigkeiten als auch Erhöhung der Boxfrequenz.
  • Spielpartner vollends aufgewacht? Gut. Das ist die Gelegenheit für den kleinen Mann, eine kleine Entspannungsrunde auf Papas Arm einzulegen und sich zum Wickeln tragen zu lassen.
  • Entspannte Lage auf dem Wickeltisch mit davor stehendem Wickeln benutzen, um zum vollbrachten Box-Armtraining auch die Beine in Schwung zu halten. Für das Training der Zielsicherheit bei der Tret-Choreographie hilft es dabei enorm, einen leicht nachgebenden Bauch in Fußreichweite vorzufinden.

Die Basis für einen erfolgreichen Tag ist damit gelegt. Und wie solide diese ist, zeigt sich an der Einzigartigkeit der Aktivitäten über den Tag.

Klappt es beispielsweise nach mehreren Tagen eisernen Probierens, Scheiterns, sich-gut-zureden-Lassens, Technik-Ausbauens, weiteren Übens und schrittweisen Verbesserns schließlich mit der ersten eigenen Rolle über die heimische Spielwiese, so hat sich das Frühsporttraining für den Tag auf jeden Fall gelohnt.

Mich an die eigenen alten frühen Tage erinnernd, muss ich sagen, dass das Ergebnis durchaus eine saubere Bodentechnik ergibt. Und zwar sowohl haltend als auch befreiend.

Da kann das Leben mit seinem angeblichen Ernst ruhig kommen. Der kleine Mann ist bestens vorbereitet und sieht dem jetzt recht gelassen entgegen.

Schlafen wie ein Geoglyph

Posted Montag, 7. April 2008 by PR - Papa R
Categories: leute

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Den besten Schlaf gibt es bei vollkommener Entspannung. Das wissen wir nicht erst seit den Hochtagen des autogenen Trainings. Im Schlaf schaut die Visage am ehrlichsten drein. Und auch der Rest der körperlichen Haltung kommt frei von Pose daher.

Der kleine Mann allerdings ist voller Posen und hat selbst im Schlaf eine ganz eigene Art, seine entspannteste Haltung einzunehmen: mit gehobenen Händen. Im Liegen, versteht sich. Erstens schläft es sich generell besser im Liegen als im Stehen und zweitens ist die aufrechte Körperhaltung noch nicht des Sohnes starke Seite.

Er schläft also mit gehobenen Händen. Nach anfänglicher Skepsis habe ich das jetzt für eine Weile recht locker mit angesehen. Im Selbstversuch konnte sich diese Haltung zwar nicht als vollkommener Quell der Entspannung bewähren, aber wenn der kleine Mann schon in seinen jungen Tagen derart kreative Gestaltungsideen entwickelt, möchte ich als Erziehungsberechtigter dem ganz sicher nicht im Wege stehen.

Wenn nur dieses Déjà Vu nicht wäre. Dieses Gefühl, dass ich diese Pose des Liegens mit gehobenen Händen schon einmal gesehen habe. Und zwar bevor der kleine Mann die Bühne betrat. Da mir aber schlicht nicht einfallen wollte, woher diese vage Ahnung eines Erinnerungsgedankens in den Tiefen des Gedächtnisses stammen mag, habe ich diesem Hirnzellentheater nicht viel weitere Beachtung geschenkt.

Was natürlich nur ein Ausdruck von unangebrachter väterlicher Bescheidenheit war. Denn auch ohne viel Nachdenkens ist eines ganz klar - der kleine Mann ging bei den ganz großen in die Schule:

Gigante de Atacama

Wie zum Beispiel dem Gigante de Atacama - dem angeblich größten Männchen der Welt. Gelegt aus Steinen ist er ganz Geoglyph und liegt auf seinem Felsen. Schläft womöglich. Und zwar in recht genau der Haltung, die auch der Nachwuchs des Nachts einnimmt. Da hat er messerscharf beobachtet.

Dass auch der kleine Mann ein ganz Großer ist, steht natürlich vollkommen außer Frage. Aber wie er zu seinen Beziehungen zu alten Typen kommt, darüber sollten wir uns wohl noch mal unterhalten. Sonst wird das nichts mit der Entspannung und dem ruhigen Schlaf. Zumindest nicht beim Herrn Papa.

Dichterduell in Ettlingen

Posted Freitag, 4. April 2008 by PR - Papa R
Categories: vorlesen

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Falls jemand tatsächlich des Papas Wort auch mal hören (und sehen!) und nicht nur lesen möchte, hat jetzt eine Chance dafür. Denn Olli Gassner veranstaltet mal wieder:

Dichterduell
Kleine Bühne Ettlingen
Samstag, 5. April 2008
ab 20.00 Uhr

Und wer mir dort vor Ort weismacht, diesen Hinweis hier vorher gelesen zu haben, bekommt bestimmt einen ausgegeben. Entweder vom kleinen Mann oder von mir persönlich!

Jubel, Trudel, Eierzeit

Posted Sonntag, 30. März 2008 by PR - Papa R
Categories: bräuche

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Die kürzlich verstrichenen Feiertage des langohrigen Eierausträgers boten eine fantastische Gelegenheit, dem Nachwuchs traditionelle Bräuche etwas näher zu bringen. Denn wann sonst treffen sich gleichzeitig die notwendige Ruhe, ein Besuch in der alten Heimat und das nostalgisch hoffnungslos verklärte Aufkeimen der animalischen Begeisterung für einen Brauch aus scheinbar längst vergangenen Zeiten: das Eiertrudeln.

Nur sehr selten. Und entsprechend groß war die Skepsis des kleinen Mannes als seine Erziehungsberechtigten anfingen, sich für das Geschehen im nahe gelegenen Wald zu rüsten. Es muss auf ihn gewirkt haben wie die Vorbereitung zum Feldzug: eine unbekannte Rüstung einschließlich trittsicherem Schuhwerk sowie geborgter Jacke in unbekannter Größe, die Kamera als Geschütz und frisch gefärbte Eier als Munition - alles vertreten.

Die Skepsis schlug um in pure Bewunderung. Zum einen die Bewunderung der eigentlichen Tatsache, dass jemand wirklich angemalte Eier in den Wald trägt, um sie dort einen Abhang herab rollen zu lassen und sich zu freuen, wenn das eine Ei weiter kommt als das andere Ei. Aber auch Bewunderung ob der Begeisterungsfähigkeit vor allem der gestandeneren Generation für derlei Taten. Das, was offenbar zur Bespaßung verschiedener Nachwüchse gedacht war, unterhielt in erster Linie die Bespaßer selbst. Vielleicht lag das aber auch nur daran, dass sie in ihren fest eingefahrenen Gedankenbahnen die Eier tatsächlich nur den Abhang herab rollen ließen.

Kreativität ins Spiel brachte einer der Nachwüchse, welcher stolz auf seinen zwei Beinen stehend die Eier nahm, um sie dann allerdings keineswegs sanft auf dem Boden zu drapieren und behutsam anzuschubsen, damit sie sich ihren Weg suchen konnten. “Nein”, dachte er sich, “den Weg bestimmt nur einer und das bin ich.” Gedacht, getan. Ei genommen. Ei geworfen. In hohem Bogen den Hügel hinab. Dass nicht jedes Ei solch progressivem Mut gewachsen war, nimmt man gern in Kauf. Vor allem, wenn die paar, die es überlebten, im Zieleinlauf alle anderen hinter sich ließen. Und was zu Bruch ging, konnte man auch gleich verspeisen. Die Verluste waren somit rar.

Der kleine Mann des Hauses hat sich das alles - getragen vom Herrn Papa - aus gehobener Perspektive angesehen. Mit anfänglich verwunderten, später begeisterten Blicken. Manchmal auch mit kritischen. Auf jeden Fall hat er die Lage genau analysiert und sich schon mal seine eigenen Gedanken zum Spiel gemacht.

Da schauen wir doch mal, was aus dieser altegediegenen Tradition in Zukunft noch wird.

Herren unter sich

Posted Sonntag, 16. März 2008 by PR - Papa R
Categories: moderner mann

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Wenn der moderne Mann von heute unterwegs ist, hat er die Augen meist weit offen und hält Ausschau. Das gilt natürlich insbesondere dann, wenn er im großen Wagen den kleinen Mann durch die Gegend schiebt.

Es ist wohl ein Instinkt, eingebaut von Mutter Natur. Und zwar ein Instinkt, welcher dafür sorgt, dass auch der moderne Mann von heute seinen Nachwuchs vor den alten wie den modernen Gefahren beschützt. Also ist das Auge wachsam und der Papa hält seinen Radar stets bereit. Schließlich geht es darum, den Stammbaum zu pflegen und die eigene Sippe zu vermehren.

Was könnte da gefährlicher sein als andere Herren der Zunft? Jene, die auf ihre Art zwar die gleichen Interessen haben und vertreten, die aber letzendlich doch den höchst eigenen diametral entgegen stehen? Ein Teil der Gefahr besteht darin, dass sie sich gut tarnt und nicht auf den ersten Blick offenbar wird.

Als einzelne Vertreter ihrer Art scheinen auch die anderen Herren Papas nämlich hochgradig umgänglich. Vertraut gar. Grüßen freundlichst in der Fußgängerzone während die Blicke über und in den Wagen des Gegenüber wandern. Plaudern nett im Nachtreffen des Geburtsvorbereitungskurses. Bieten im Kreis der Kollegen schlaue Tipps von einem Herrn Papa für den anderen an.

Aber in der anonymen Masse, da entfalten sie ihr wahres Potenzial. Da bin ich mir sehr sicher. Und habe mich zum Väterkongress sicherheitshalber erst mal nicht angemeldet.

Freie Meinungen zum Ferkelbuch

Posted Donnerstag, 6. März 2008 by PR - Papa R
Categories: bücher

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Die Sache mit dem Ferkelbuch gab’s hier erst vor kurzem.

Aus aktuellem Anlass möchte ich deswegen eine Anmerkung nicht unterschlagen: Aus der Idee mit der Indizierung ist nichts geworden. Wie man in der gedruckten Presse derzeit reichlich nachlesen kann. In Blogs natürlich ebenfalls.

Man darf sich also weiterhin seine eigene Meinung bilden. Hat ja auch seinen Reiz.

Je mehr, desto besser!

Posted Mittwoch, 5. März 2008 by PR - Papa R
Categories: bildung, moderner mann

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Es gibt Tage, an denen passiert so viel, dass man zur abendlichen Auswertung des Erlebten stundenlang erzählen könnte und trotzdem nur an der Oberfläche der gesammelten Eindrücke kratzen würde.

Das sieht der kleine Mann ganz genauso. Und genehmigt sich von Zeit zu Zeit einen Tag, an dem er umso mehr in Erzähllaune gerät, je näher der Abend rückt. Ist der Abend da, hat der kleine Mann seinen Erzählzenit erreicht, welchen er problemlos für mehrere Stunden aufrecht erhalten kann.

Mir scheint da jemand mit ganz großen sprachlichen Fähigkeiten heran zu wachsen.

Das muss gefördert werden.

Da der moderne Mann von heute aber selbstverständlich sehr gern auch seine postmoderne Ader pflegt, ist er ganz weit davon entfernt, einen unreflektierten Aktionismus auf seinen Nachwuchs zu projizieren. Oder anders gesagt: Der moderne Mann von heute plant natürlich nicht, seinen Sohn zukünftig am Montag zum Tennis zu schicken, wenn am Dienstag die Reitschule ruft, mittwochs der Klavierunterricht, donnerstags die Judo-Schule, freitags der Chor, samstags die Theaterstunde und am Sonntag das Fernstudium zur Weiterbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin.

Zumindest plant er das nicht ohne das explizite Einverständnis seines Sohnes oder auf Grund fundierter Argumente, die für eine solche Planung sprechen. Und wer könnte solche Argumente besser bringen als ein ganz toller Professor von einer ganz tollen Universität? Eben.

Und also sprach Prof. Paul Bloom in Yales Introduction to Psychology:

Children learning more than one language seem to show no deficit in each of their languages relative to learning just one language.

Mehrere Sprachen gleichzeitig zu lernen bremst den kleinen Mann also bezüglich jeder einzelnen Sprache nicht merklich aus.

Na, da hat sich der kleine Mann in seiner jugendlichen Erzählfreude ja etwas eingebrockt. Der Herr Papa ist jetzt argumentativ stabil aufgestellt. Die Erwartungshaltung ist trainiert. Y el señor hijo va a estudiar todos los idiomas simultáneamente. ¡Que se divierta!

Aber ich denke, er bekommt das wieder hin. Bisher zumindest hat er seinen Willen immer ganz gut durchsetzen können. Argumente hin oder her.

Ein Schreckgespenst für den kleinen Mann

Posted Samstag, 1. März 2008 by PR - Papa R
Categories: hardware

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Von der Zeit heißt es, dass sie Wunden heilen kann. Da scheint etwas dran zu sein. Denn mittlerweile habe ich mich tatsächlich etwas ob fehlgeleiteter Warnhinweise beruhigen können. So haben diese Hinweise am aktuellen Gefährt des wundervollen Nachwuchses ursprünglich in mir eine tiefe Wunde der Angst hervor gerufen. Es war eine Angst vor der möglicherweise lebensbedrohenden Gefahr für den kleinen Mann. Durch einen Kinderwagen.

In der Zwischenzeit haben wir die eine oder andere Probefahrt absolviert. Sehr erfolgreich. Waren es erst noch ganz kurze und zaghafte Versuche, trauen wir uns jetzt schon bis nach draußen - in die freie Wildbahn. Ganz zur Zufriedenheit von Vater und Sohn.

Bisher zumindest. Denn heute hat mich die Kinder-Gadget-Dealerin meines Vertrauens darauf hingewiesen, dass das flotte Gefährt, in dem der charmante kleine Mann unterwegs ist, als Schreckgespenst betitelt ist.

Wie bringe ich das nur dem Nachwuchs bei?

Am besten sitze ich es erst einmal aus und hoffe auf die Zeit. Denn vielleicht kann sie nicht nur Wunden heilen sondern auch Schreckgespenster verjagen.